Der Pumi
Der Pumi, auch ungarischer Hirtenterrier genannt entstand wahrscheinlich aus der Vermischung des Puli mit aus Frankreich stammenden Hunden, die ein terrierähnliches Temperament und Gebäude hatten. So entstand im 17. / 18. Jahrhundert ein Hund der etwas draufgängerischer und härter war als der Puli, der aber dessen Intelligenz beibehalten hatte.
Für die Schäfer war das Aussehen nebensächlich, sie schätzen den Arbeitswillen und die Ausdauer.
Erst ab 1920 wurde der Pumi als eigenständige Rasse angesehen, dank Dr. Emil Raitsits, der die Hütehunde erstmals genau beschrieben hat. Der Pumi erfreut sich in Ungarn einer konstanten Beliebtheit, er war zwar nie ein Modehund, doch ist sein „Gesicht“ bekannt. Im Ausland ist er kaum anzutreffen.
Er ist ein mittelgroßer Hund von quadratischem Körperbau. Sein Fell ist gewellt und bündelt sich zu kleinen Strähnen. Er verliert kaum Fell. Sein charakteristisches Merkmal sind die Teddybärenohren, terriertypische Steh-Kippohren die ihm neben dem unverwechselbaren Äußeren auch den charmanten Look eines Knuddeltieres geben. So lieb und harmlos wie er aussieht ist der Pumi allerdings nicht, er besitzt immer noch die terriertypischen Eigenschaften und die Hüteleidenschaft des Puli.
Wenn man sein Wesen beschreibt fallen die Attribute „Lebenslustig“, „Draufgängerisch“ „Lebhaft“ dazu stets im Mittelpunkt stehend…
Ein Pumi ist niemals einfach nur ein Hund – er ist der Clown in der Familie, der jeden zum Lachen bringt; der unermüdliche Wächter der jede Bewegung am Haus beobachtet und meldet; der sportliche und intelligente Begleiter für lange Wanderungen; der gelehrige und aufmerksame Sportpartner beim Hundesport – all das und noch viel mehr.
Ein Pumi ist eine ganz besondere Hundepersönlichkeit, die es so selten gibt.
Er ist ausgeglichen und heiter, agil und bewegungsfreudig, lernfreudig und kinderlieb. Ein Pumi liebt seine Familie und seine Bezugsperson über alles. Er kann sich auf neue Situationen gut einstellen und ist weder in der Großstadt noch im kinderreichen Haushalt überfordert. Sein Hütetrieb ist stark ausgeprägt – was eine Erziehung absolut notwendig macht. Sonst gehören neben Radfahrern vielleicht auch noch Autos und Traktoren zu den begehrten Hüteobjekten.
Der Pumi hat allerdings auch Eigenschaften, die man kennen sollte – als allererstes seine Mitteilungsfreude. Ein Pumi registriert alles und hat zu allem eine Meinung. Und diese möchte er uns auch mitteilen – er gilt als sehr gesprächige Rasse, böse Zungen würden auch schon mal Kläffer zu ihm sagen.
Mit Erziehung kann man das einigermaßen in Bahnen lenken, ein ruhiger Hund wird der Pumi selten sein (Es sei denn er frisst gerade….). Wenn man in einem Häuserblock á la „Hausmeister Krause“ mit lärmempfindlichen Nachbarn wohnt ist er sicherlich die falsche Wahl.
Im normalen Wohnviertel, in dem es Kinder, Autos und andere Hunde gibt sollte er nicht ganz so negativ auffallen. Auch ein Pumi kann (sogar sehr schnell) lernen nach kurzem Melden wieder ruhig zu sein.
Auch muss man die terriertypischen Eigenschaften kennen – viele Pumis neigen zur Dominanz, das bedeutet sie hinterfragen öfters die geltenden Regeln – wenn man diese aber ruhig und konsequent durchsetzt sollte es keine Probleme geben.
Manche Pumis gelten als scheu – das ist allerdings überhaupt kein Rassenmerkmal und eher ein Zeichen von schlechten Erbanlagen gekoppelt mit schlechter Aufzucht.
Kein Hund muss es schätzen von Fremden angefasst zu werden – ein Hund mit guten Nerven duldet es und wird nie ängstlich zurückweichen oder gar schnappen. Ein Pumi sollte aufmerksam und interessiert an allem sein.
Seine Intelligenz ist verblüffend – er lernt spielerisch und schnell.
Seine Pflege ist wenig anspruchsvoll, gelegentliches auskämmen reicht meist aus. Zweimal im Jahr sollte er „in Form“ geschnitten oder getrimmt werden. Für Ausstellungen ist eine etwas intensivere Pflege notwendig.
Die meisten Pumis sind sehr gute Futterverwerter, sie fressen schier alles und das mit Begeisterung. Magenprobleme sind ein Wort das ein Pumibesitzer nicht kennen braucht. Meist sieht man den Tierarzt ohnehin nur zur jährlichen Impfung, da diverse Erbkrankheiten kaum bekannt sind. Da hat es dem Pumi sehr zum Vorteil gereicht, das er nie plötzlich zum Mode oder Sporthund auserkoren wurde. Er hat seine Liebhaber aber es gab zum Glück nie einen Boom. (Im Gegensatz zum Mudi, dessen Welpenzahlen in den letzten 10 Jahren explosionsartig zugenommen haben und wo es jetzt mit diversen Krankheiten ein „böses Erwachen“ gibt….)
Teilweise gab es Hunde mit HD, dies scheint sich allerdings bei Züchtern mit konsequent geröntgten Hunden deutlich zu minimieren.
Für alle die einen mittelkleinen, nicht haarenden, intelligenten und immer zu Späßen aufgelegten Hund möchten der sie durch alle Lebenslagen begleitet, ist der Pumi eine hervorragende Wahl.
Leider sind Pumis in Deutschland extrem selten – aber in Ungarn oder auch in der Schweiz gibt es sehr gute und seriöse Züchter. Infos über deutsche Züchter gibt es beim Klub für ungarische Hirtenhunde oder über den VDH (Verband für das deutsche Hundewesen)
(Finger weg von Züchter in anderen Verbänden, diese haben teilweise dubiose Zuchtbestimmungen und sind nicht anerkannt!)
Die meisten Pumibesitzer ( mich eingeschlossen ) können sich ein Leben ohne Pumi nicht mehr vorstellen. Auch wenn ich inzwischen mit Izzie einen Mudi habe, wird es bei mir immer einen Pumi geben – diese Rasse hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen - denn fast alle Rassen sind „nur“ Hunde – ein Pumi hat das „ besondere Etwas“ was ihn Außergewöhnlich macht.
Für Fragen und Infos über den Pumi – soweit ich diese beantworten kann – stehe ich gerne zur Verfügung.
